Conrad Adventskalender 2018 – Experimente mit Licht, Ton und Temperatur

Ab morgen beginnt wieder die Weihnachtszeit und da darf ein Adventskalender natürlich nicht fehlen. Auch in diesem Jahr gibt es wieder einen, der nicht dick macht. 24 Experimente mit Licht, Ton und Temperatur verspricht der Conrad Adventskalender 2018. Wie gewohnt erstrahlt der Kalender in weihnachtlichem Baby-Blau. Für zusätzliche Feststimmung sorgen die aufgedruckten Leiterbahnen in Form eines Weihnachtsbaumes. Mit dabei eine Anleitung der einzelnen Experimente und eine Sammelkarte mit ein paar Datenblättern. Einem gemütlichen Weihnachtsbasteln steht also nichts mehr im Wege.

Es ist wieder spannend, was der Autor des Kalenders sich dieses Jahr wieder einfallen lassen hat. Vielleicht finden sich ja an dieser Stelle ein paar Mitstreiter. Ich freue mich jederzeit über Kommentare und Anmerkungen und vielleicht entwickeln sich ja auch ein paar Ideen, was man noch alles mit den Bauteilen anstellen kann.

Tag 1
Es ist wieder soweit. Das große Adventsbasteln kann beginnen. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt beim Conrad Adventskalender auf Experimenten mit Licht, Ton und Temperatur. Wie in jedem Jahr benötigt man auch dieses Mal wieder eine 9V Blockbatterie. Wie gut, dass ich im letzten Jahr einen Akku gekauft habe. Dieser ist nun frisch geladen und es kann losgehen.

Hinter der ersten Tür verbergen sich gleich zwei Bauteile: Ein Widerstand mit 22 Kiloohm und eine grüne LED. In der Beschreibung wird alles nötige erklärt, um die LED zum Leuchten zu bringen. Auch die Warnung, die LED nicht direkt an die Batterie zu halten fehlt nicht. Dieses würde den Rauchgenerator der LED aktivieren, und das riecht dann bestimmt nicht nach Zimt und Lebkuchen.

Nach wenigen Handgriffen leuchtete die LED in festlichem Grün. Schwierig war es, das ganze so aufzubauen, dass ich meine Hände für ein Foto frei hatte. Aber es ist geglückt, sonst wäre dieser Beitrag sicherlich etwas trostloser geworden.

Tag 2
Hinter der zweiten Tür befindet sich ein Batterieclip. Dieser ist für den späteren Aufbau sicherlich sehr nützlich, am heutigen Tag aber eher hinderlich. Mir ist es nicht gelungen, mit den vorhandenen Bauteilen die LED so zum Leuchten zu bringen, dass ich dann noch eine Hand für das Foto frei hatte. Also mussten Verbindungskabel mit Krokodilklemmen aus der Bastelkiste als Fotohelfer aushelfen. Wie schon am Tag zuvor leuchtet nun eine grüne LED.

In der Beschreibung finden sich allerhand Informationen zur Spannung an den Bauteilen und zum Strom, der fließen soll. Leider sind die Beschreibungen nur sehr oberflächlich. Für einen interessierten Anfänger könnten sie ruhig ausführlicher sein. Anstatt “man kann davon ausgehen, dass an der LED 2V anliegen wäre vielleicht ein Auszug aus dem Datenblatt der LED nützlich gewesen. Oder vielleicht noch ein Absatz mit den entsprechenden Formeln, um die genannten Werte nachzuvollziehen.

Da man ja nicht immer alles glauben soll, was man liest, habe ich mir mal ein Messgerät geschnappt und nachgemessen. An der LED lagen bei mir 2.2V an. Die “ungefähr 2V” der Anleitung kann man also durchgehen lassen 😉 Am Widerstand sah die Welt bei mir anders aus. Anstatt 7 V, wie beschrieben, habe ich nur 6 Volt gemessen. Sollte das etwas ein Fehler in der Anleitung sein? Oder hat sich bei mir der Spruch “Wer misst, misst Mist” bestätigt?

Eine Messung der Batteriespannung zeigt: Weder, noch… Meine Batterie (genaugenommen ist es ein Akku) hat nur 8.2 V. Deshalb ist die Spannung am Widerstand geringer. Summiert man die Spannungen über der LED (2.2 V) und über dem Widerstand (6 V) kommt man auf 8.2V Gesamtspannung und das ist exakt die Batteriespannung.

Zum Schluss habe ich auch noch den Strom durch den Stromkreis gemessen. Herausgekommen sind 0.28 mA.

Tag 3
Pünktlich zum 1. Advent gilt es, das größte Türchen zu öffnen. Dahinter verbirgt sich ein Steckbrett und ein Stück aufgewickelter Draht. Damit geht der Aufbau nun doch erheblich einfacher und stabiler.

In der Anleitung wird der Aufbau des Steckbrettes beschrieben und auf der Zeichnung ist auch deutlich zu erkennen, wie die Kontakte verbunden sind. Sinnvoll ist der Hinweis mit der Zugentlastung. Die Enden des Batterieclips sind nur gelötet und brechen sehr schnell. Deshalb sollte man die Drähte möglichst an Ort und Stelle lassen, sobald sie einmal im Steckbrett sind. Wie auf dem Foto zu erkennen ist, nutze ich für die Zugentlastung die Löcher auf dem Steckbrett. Außerdem habe ich einen “Hauptschalter” eingebaut. Das ist eine einfache Drahtbrücke nach oben zur Plus-Leite. Diese kann ich einfach rausziehen und die Schaltung damit spannungsfrei schalten.

Tag 4
Hinter der vierten Tür kommt das wohl wichtigste Bauteil des Kalenders zum Vorschein: Ein NE555 Präzisionstimer. Wie in der Anleitung beschrieben, waren die Beinchen etwas nach außen gebogen, aber das konnte mit leichtem Druck auf die Tischplatte behoben werden. Nun sitzt der Timer-Baustein im Steckbrett und wartet auf den Einsatz. Durch einfache Berührung ließ sich die LED bei mir nicht ein- oder ausschalten. Da ist dann wohl doch eine gewisse Zufallskomponente im Spiel. Vermutlich betreibt man den NE555 damit außerhalb der Spezifikation und bekommt damit keine zuverlässigen Ergebnisse. Als ich jedoch, wie in der Anleitung beschrieben, mit der anderen Hand, den Plus oder Minuspol berührt habe, ließ sich die LED dann doch zuverlässig ein und ausschalten.
Ich habe die Schaltung ein bisschen variiert. Oben links befindet sich bei mir eine Drahtbrücke als “Hauptschalter”. So muss ich die Batterie nicht immer abklemmen, weil der Clip auf Dauer doch etwas empfindlich ist. Anstatt der Drahtbrücke zur Minus-Leiste habe ich einfach die LED anders gesteckt. Das spart ein Stück draht und kommt auch dem Schaltplan näher.

Tag 5
Am 5. Tag unserer Adventsbastelei erwartet uns ein weiterer Widerstand mit dem Wert 10 kΩ. Dieser wird anstatt des 22 kΩ Widerstandes als Vorwiderstand für die LED eingesetzt. Diese leuchtet damit nun deutlich heller. Die Beschreibung enthält weitere Details zu dem Timer-IC und dessen Anschlüssen. Langsam lichtet sich also der Nebel um dieses Bauteil. Auch heute wird damit wieder ein Berührungsschalter gebaut, allerdings entscheidet nun der Zufall (genaugenommen die zufällige elektrische Ladung, die wir in uns tragen), ob die LED leuchtet oder nicht. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es helfen kann, ein paar mal kurz die Füße auf dem Teppich zu bewegen, um einen anderen Schaltzustand zu erreichen. Ich habe gleich die Schaltung von gestern noch einmal aufgebaut und siehe da: Der Teppichtrick führt auch hier zu (etwas) zuverlässigeren Ergebnissen. Ich denke für ein Betreiben des ICs in einem “definierten” Zustand fehlen noch ein paar Bauteile, aber der Autor de Kalenders schafft es doch geschickt, diese Zeit mit interessanten Experimenten zu überbrücken.

Tag 6
Heute gibt es ein tolles Geschenk zum Nikolaustag: Ein Taster. Vorbei ist die Zeit der blanken Kabelenden als Schalterersatz, wie ich es von vorherigen Jahren gewohnt bin. Ich kann mir bei diesen Tastern immer nie merken, wie rum er eingesetzt werden muss. Deshalb gut drauf achten, wo die Beinchen seitlich herausstehen und dann mit der Anleitung vergleichen. Manchmal sitzt so ein Taster auch nicht richtig fest im Steckbrett. Aber ich habe Glück, der Taster passt wie angegossen. Die Schaltung wird heute als “Berührungsalarm” bezeichnet. Wie schon in den letzte Tagen ist da allerdings noch immer eine Zufallskomponente im Spiel. Dank des Tasters lässt sich der Alarm zwar zuverlässig ausschalten, doch das Auslösen erfordert dann doch schon eine gewisse Portion Glück (oder Pech, je nach Sichtweise). Als Objekt der Begierde habe ich einen Schokonikolaus alarrmgesichert. Dank Metallmantel sollte das ja möglich sein. Es hat ihm nichts genützt. Die Alarm-LED ging zwar an, aber es hat niemanden interessiert und deshalb ereilte den Nikolaus sein vorhersehbares Schicksal. Ich wünsche Euch allen einen schönen Nikolaustag.

Tag 7
Hinter der 7. Tür verbirgt sich ein Fototransistor. Damit wird heute ein Lichtsensor gebaut. Sobald Licht auf den Fototransistor fällt, geht die LED an. Das klingt vielleicht zunächst wenig sinnvoll, warum soll das Licht angehen, wenn es hell ist. Aber in diesem Fall reicht ein kurzer Lichtimpuls aus und die LED bleibt auch dann an, wenn es wieder dunkel wird. Ein Einsatz als Alarmanlage wäre auch hier wieder denkbar. Sobald der Einbrecher mit der Taschenlampe den Lichtsensor trifft, geht der Alarm an. Oder man schließt eine Kamera an und fotografiert automatisch Gewitterblitze…

Da sich das ganze auf einem Foto schlecht zeigen lässt, gibt es heute ein Video dazu. Ein kurzes Streifen des Fototransistors mit dem Licht einer Taschenlampe reicht aus, um die LED zu schalten. Über den Drucktaster. kann man die LED dann wieder ausschalten.

Tag 8
Heute, am 8. Tag, ist mit Mega Widerstand zu rechnen. 2.2 Megaohm verbergen sich hinter dem Türchen. Damit soll die Schaltung von gestern noch empfindlicher gemacht werden. So empfindlich, dass dre Fototransistor falsch herum betrieben werden soll. Und ich kann bestätigen: Die Schaltung löst durch einen Kamerablitz aus. Wie in der Anleitung beschrieben habe ich auch versucht, den Fototransistor umzudrehen. Mir ist es dann nicht mehr gelungen, die Schaltung aus zu bekommen,

Tag 9
Hinter dem 9. Türchen verbirgt sich ein weiteres neues Bauteil: Ein Kondensator. Damit wird nun eine Blinkschaltung gebaut. Wie meistens halte ich mich nicht 1:1 an die Zeichnung, sondern versuche meine Schaltung nach dem Schaltplan aufzubauen. Deshalb kann es sein, dass Eure Schaltung etwas anders aussieht als meine.


Da man Blinken auf einem Foto schlecht zeigen kann, habe ich zusätzlich ein Oszilloskop angeschlossen. Dort sieht man gut, wie die LED an- und ausgeschaltet wird.In diesem Beispiel mit einer Frequenz von ungefähr 3 Hz.



Mit einem Oszilloskop lässt sich auch prima der Spannungsverlauf am Kondensator zeigen. Deutlich ist hier zu erkennen, wie der Kondensator aufgeladen wird und sich anschließend wieder entlädt. Leider ändern sich durch den Anschluss des Oszilloskops die Eigenschaften der Schaltung leicht, so dass die LED in einer anderen Frequenz blinkt.

Tag 10
Mit einem Tag Verspätung feiert unser Steckbrett heute auch den 2. Advent, denn hinter der 10. Tür kommt eine weitere LED zum Vorschein. Damit wird heute ein Wechselblinker gebaut. Und auch der funktioniert auf Anhieb. Nicht ganz so besinnlich wie ein richtiger Adventskranz, aber dafür umso beeindruckender. Wer es nicht glaubt, hier ist ein Video:

 

Tag 11
Hinter Tür Nummer 11 verbirgt sich wieder ein neues Bauteil. Ein sogenannter Piezoschallwandler, auch “Nervpiepser” genannt. Damit bauen wir heute einen Tongenerator. Ich habe die Schaltung wieder etwas anders aufgebaut, als in der Anleitung beschrieben. Außerdem habe ich zusätzlich noch den Taster mit eingebaut. Dadurch piepst der Lautsprecher nur auf Tastendruck, was auf Dauer doch etwas einfacher zu ertragen ist. Auch heute kommt wieder mein Mini-Oszilloskop zum Einsatz, um die Schaltvorgänge des Timers zu visualisieren.
Wie am oberen Rand des Bildes zu erkennen, hat die Schaltung eine Frequenz von 895 Hz. Außerdem wird in dem Handbuch beschrieben, dass die Kapazität des Kondensators von der Temperatur abhängt und steigt, wenn es wärmer wird. Tatsächlich steigt die Tonhöhe deutlich hörbar, wenn man den Kondensator zwischen 2 Fingern erwärmt. Auch auf dem Oszilloskop ist ein deutlicher Anstieg der Frequenz erkennbar.
So gelang es mir, die Schaltung mit meiner Hand auf 1.03 kHz zu steigern. Wer weiß, vielleicht lässt sich das ganze auch zum Fieber messen einsetzen, falls zufällig gerade mal kein anderes Thermometer zur Hand ist. Wie aussagekräftig der Satz “Ich habe 1.3 kHz Fieber” dann allerdings ist, weiß ich auch nicht. In dem Sinne: Einen schönen 11. Dezember!

Tag 12
Halbzeit beim diesjährigen Advents-Bastelspaß. Hinter Tür Nummer 12 befindet sich ein weiterer Widerstand. Damit bauen wir heute einen akustischen Lampentester. Mit zunehmender Anzahl an Bauteilen wird die Schaltung auch immer etwas komplizierter und man muss schon genau hingucken, damit man nichts vergisst. Am Anfang habe ich versucht, das ganze mit einer Halogen-Deckenlampe zu testen. Ich musste extrem dicht an die Lampe gehen, so dass die Schaltung auslöste. Mehr Glück hatte ich bei einer “dimmbaren” LED Lampe. Dort war das Geräusch sehr deutlich zu hören und die Tonhöhe änderte sich (wie erwartet) beim Dimmen. Leider hat es nicht gereicht, alles auf den Tisch unter die Lampe zu legen, so dass es mir heute nicht gelungen ist, ein Oszilloskop anzuschließen und das ganze so zu visualisieren.

Tag 13
Heute beginnt nun die zweite Hälfte vom vorweihnachtlichen Bastelspaß. Hinter der 13. Tür kommt erneut ein neues Bauteil zum Vorschein: Ein temperaturabhänigerr Widerstand (NTC). Damit wird heute eine hochsicherheits-Temperatur-Schranke gebaut. Einlass wird nur personen mit warmen Fingern gewährt. Nach dem Verbinden der Schaltung mit der Batterie zeigt die LED zunächst rot.

Wärmt man jedoch den NTC mit den Fingern und drückt die Taste, so geht die rote LED aus und die grüne an. Nun aber schnell durch die Tür, denn nach kurzer Zeit springt die Anzeige wieder auf Rot. Das ganze ist nichts für Leute mit kalten Fingern.

An dieser Stelle mal ein großes Lob an den Autor des Kalenders. In den letzten Jahren war die tägliche Frage immer: Ist ein weiterer Widerstand oder ein weiterer Transistor hinter der Tür? In diesem Jahr ist das anders.Die Vielfalt der Bauteile ist wirklich erfrischend. So ist zum Beispiel der Taster eine tolle Erleichterung für die Schaltungen.

Tag 14
Hinter der Tür mit der Nummer 14 kommt ein weiterer Widerstand zum Vorschein. Damit wird heute ein Temperaturwarner gebaut. Liegt die Temperatur über 25°, springt die rote LED an. Darunter kann man durch drücken des Reset Schalters die grüne aktivieren. Wie zu erwarten funktioniert das ganze hervorragend. Am Anfang ist die rote LED an. Ein Druck auf den Taster aktiviert die grüne. Wenn man nun den NTC mit den Fingern erwärmt, springt schnell die rote LED an, weil die Temperatur überschritten ist. Man muss dann eine Weile warten, bis man durch einen weiteren Knopfdruck wieder die grüne LED aktivieren kann. Angeblich soll das bei ca. -2°C auch automatisch passieren. Ein Versuch auf dem Balkon bei einer aktuellen Außentemperatur von +1.8° hat es auf jeden Fall noch nicht geschafft.

Heute kam auch wieder mein kleines Oszilloskop zum Einsatz. Dabei habe ich den Spannungsverlauf über dem NTC gemessen, während ich ihn kurz mit den Fingern erwärmt habe. Man sieht, dass die Spannung rapide abnimmt, um nach dem Loslassen langsam wieder anzusteigen. Die obere der hellen Linien markiert den Wert bei Raumtemperatur und die untere ist die Schwelle, bei der die Schaltung auf rot springt.

Tag 15
Minimalistisch geht es am 15. Tag weiter. Gebaut werden soll ein Dudelsack mit nur 3 Bauteilen. Also wird erstmal alles vom Steckbrett gezupft und die neue Schaltung aufgebaut. Der Piezo Lautsprecher soll dabei auch als Kondensator dienen und durch Drücken und Ändern des Abstandes zum Tisch soll sich die Tonhöhe verändern lassen. Ich habe es nur kurz probiert und es scheint zu funktionieren. Auf ein intensives Einstudieren eines Weihnachtsliedes mit diesem Instrument habe ich aber auf Rücksicht auf meine Familie dann doch lieber verzichtet.

Tag 16
Heute gibt es einen weiteren Kondensator hinter dem 16. blauen Türchen. Damit soll ein lichtgesteuertes Musikinstrument gebaut werden. Bisher blieb meine Schaltung aber stumm. Da ich heute etwas unter Zeitdruck bin, blieb bisher keine Möglichkeit zur Fehlersuche. Das hole ich aber nach. Insofern gab es bisher kein Gepiepse zum 3. Advent. Sollte jemand den Fehler meiner Schaltung sehen, einfach Bescheid sagen. Möglicherweise ist aber auch nur die Batterie leer.

Update: Die Batterrie war tatsächlich leer. Und es hat sich noch ein 2. Fehler eingeschlichen. Der Piezo hing bei mir an Pin 4 und nicht an Out (Pin 3). Da hatte ich wohl einen Knick in der Pupille beim Zusammenbau. Vielen Dank an Burkhard Kainka für den Hinweis im Kommentar. Burkhard ist übrigens der Autor dieses wunderbaren Kalenders. Ich freue mich also umso mehr über diesen prominenten Support. Wie so oft im Leben: Kaum macht man’s richtig, funktioniert’s sogar, hier ein Foto einer funktionierenden Schaltung. Tatsächlich ändert sich die Tonhöhe mit der Stärke der Beleuchtung. Im dunklen Licht des Adventskranzes gibt es nur alle paar Sekunden mal ein leichtes knacken, was eher an einen Geigerzähler, als an ein Musikinstrument erinnert. Sobald ich aber das Licht anmache, wird die Frequenz höher.

Tag 17
Heute wird es wieder laut und zwar temperaturabhängig. Hinter der Tür mit der Nummer 17 kommt ein weiterer Kondensator zum Vorschein. Dieser wird parallel zu dem anderen geschaltet, so dass sich die Kapazität verdoppelt (langsam kommt altes Schulwissen wieder zum Vorschein) und damit lässt sich die Frequenz des Lautsprechers auf einen etwas erträglicheren Ton reduzieren. Auch diese Schaltung tut, was die Anleitung beschreibt: Erwärmt man den NTC, so wird der Ton höher. Auf dem Foto der Schaltung habe ich bereits den Hauptschalter entfernt, weil der Ton auf Dauer doch etwas penetrant ist 🙂

Tag 18
Heute geht es mal wieder lautlos zu Werke. Und zwar mit einem Elektrolytkondensator, der hinter der 18. Tür zum Vorschein kommt. Damit soll ein Impulsschalter gebaut werden. Vermutlich ist es schon zu spät und ich kann nicht mehr klar denken, aber auch heute funktioniert meine Schaltung leider nicht. Da hat sich doch bestimmt wieder ein Fehler eingeschlichen. Ich drücke den Taster und es passiert: Nichts. Die LED steckt richtig herum, das habe ich mit einer Drahtbrücke getestet.

Update: Der Fehler ist gefunden. Der Taster hatte eine Macke (oder steckte nicht richtig drin). Ich habe ihn rausgenommen, böse angeguckt und wieder reingesteckt und nun funktioniert alles. Wunder der Technik.

Tag 19
Die Schaltung vom 19.12. hätte sehr einfach sein können, wenn da nicht noch der Miserfolg vom Tag zuvor gewesen wäre. Der einzige Unterschied zu heute ist der Austausch des Widerstandes parallel zum Kondensator. Nachdem ich sorgfältig alles noch einmal überprüft und den Widerstand ausgetauscht hatte, passierte auf Knopfdruck immernoch nichts. Also bin ich die Schaltung noch einmal Verbindung für Verbindung durchgegangen. Alles war in Ordnung. Ein Fehler im Schaltbild? Kaum vorstellbar… Irgendwann kam mir die Idee, den Taster einfach mal mit einem Draht zu überbrücken und siehe da: Die LED ging an. Also den Taster rausgezogen, böse angeguckt und ein paar mal gedrückt und dann um 180° gedreht wieder eingesetzt. Plötzlich funktionierte alles. Anschließend den Taster wieder um 180° gedreht und es funktioniert immernoch. Scheinbar steckte der Taster nicht fest genug im Steckbrett oder er hatte eine kurzzeitige Macke. Wie auch immer. Tag 18 und Tag 19 können nun auch mit etwas Verspätung als Erfolg gebucht und abgehakt werden.

Tag 20
Tag 20 vom vorweihnachtlichen Bastelspaß und hinter dem Türchen lauert eine Überraschung mit 3 Beinchen: Ein Transistor. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Bauteilvielfalt in diesem Jahr größer ist als sonst. Mit dem neuen Bauteil wird nun ein Berührungsschalter gebaut. Im Gegensatz zu den Berührungsschaltungen der ersten Tage funktioniert dieser nun durch die Verstärkung recht zuverlässig. Kaum berührt man das lose Drahtende, geht die LED an und nach ca. 20 Sekunden wieder aus. Auf dem Bild habe ich außerdem den Spannungsverlauf über dem Kondensator visualisiert. Wie man sieht, nimmt die Spannung langsam ab, während sich der Kondensator entlädt und die LED angeschaltet ist. Kaum hat die Spannung den kritischen Wert erreicht, geht die LED wieder aus und der Kondensator lädt sich schlagartig wieder auf.

Tag 21
Tag 21… Mit großen Schritten nähern wir uns dem Finale. Zur Feier des Tages gibt es heute einen weiteren Transistor, mit dem der Strom am Eingang noch einmal deutlich verstärkt wird. Nun soll ein bloßes Vorbeigehen genügen, um die Schaltung auszulösen. So ganz hat das bei mir nicht funktioniert, aber immerhin löst sie nun schon bei der Annäherung mit dem Finger aus, ohne dass ich den Draht berühre.

Tag 22
Nun hat mich zum Schluss doch noch der Weihnachtsstress gepackt, so dass ich in den letzten Tagen keine Zeit mehr für den Aufbau der nächsten Schaltungen gehabt habe. Nun ist wieder etwas Ruhe eingekehrt und nun werden die letzten 3 Schaltungen nachgereicht. Am Tag 22 wird mit Hilfe eines weiteren Kondensators eine Fingerorgel gebaut. Auch hier ist es mir wieder nicht gelungen, ein wohlklingendes Weihnachtslied zu spielen.

Tag 23
Am 23. sollte ein passiv-Infrarotmelder gebaut werden. Leider hat dieser Versuch bei mir nicht wirklich funktioniert. Ich möchte aber auch nicht ausschließen, dass sich wieder ein Fehler in meine Schaltung eingeschlichen hat. Wichtig wäre noch der Hinweis in der Anleitung gewesen, dass die gelbe LED verkehrt herum eingesetzt werden soll, um als Fotodiode zu funktionieren. Aus dem Schaltbild ist das zwar zu erkennen, aber ein Hinweis im Text vermeidet vielleicht den Eindruck, dass das Schaltbild falsch ist.

Tag 24
Zum Weihnachtsfest gibt es noch eine weitere LED. Damit soll ein lichtgesteuertes Stimmungslicht gebaut werden. Auch hier war ich vermutlich zu ungeduldig, oder es herrschte schlechte Stimmung, auf jeden Fall hat hier nichts geblinkt, sondern nur die rote und die gelbe LED geleuchtet. Auch hier vermute ich eher einen Fehler bei mir, da die Schaltungen von Herrn Kainka doch erfahrungsgemäß immer einwandfrei funktionieren.

Fazit
Anstatt einer genauen Fehlersuche und -Analyze nutze ich die Zeit, um ein Fazit zu ziehen: Auch in diesem Jahr war der Kalender wieder eine interessante Abwechslung. Besonders gut gefallen hat mir die Vielfalt der Bauteile und die unterschiedliche Art von Schaltungen. Hier und da hätte die Anleitung noch ein bisschen tiefer ins Detail gehen können und es wäre schön gewesen, noch ein bisschen mehr über den IC zu erfahren. Aber da bietet das Internet ja auch zahlreiche Quellen für alle, die mehr wissen wollen.

Vielen Dank auch in diesem Jahr an den Autor des Kalenders. Die Planung eines solchen Kalenders erfordert sicherlich eine gute Vorbereitung und große Sachkenntnis, um mit dem (vermutlich extrem niedrigen) Budget Tag für Tag eine funktionierende und interessante Schaltung zu bauen. Wie ich finde, ist das auch dieses Jahr wieder hervorragend gelungen.

Übrigens hat Herr Kainka auch eine sehr interessante Webseite: Unter elektronik-labor.de finden sich unzähliche Schaltungen und Experimente rund um das Thema Elektronik.

Ich wünsche nun allen Lesern (so viele scheinen es dieses Jahr ja nicht zu sein) noch einen schönen 2. Weihnachtsfeiertag und alles Gute für das neue Jahr. Vielleicht sieht man sich hier im nächsten Jahr ja wieder.

5 thoughts on “Conrad Adventskalender 2018 – Experimente mit Licht, Ton und Temperatur

    • Vielen Dank für das Feedback. Ich hoffe, wir beide sind nicht die einzigen Leser 😉 Wäre schön, wenn hier nochmal jemand einen Pieps von sich geben könnte.

  1. Der Piezo hängt am Pin4, sollte aber an Out, Pin3 liegen. Wahrscheinlich schwingt der 555 schon, aber der Piezo bekommt nichts ab.

  2. Parallel zum Elko sollte 1 MOhm liegen. Ich glaube aber 10 k zu erkennen. Damit ist die Verzögerung so kurz, dass man sie kaum bemerkt.

    • Widerstände sind laut Schaltplan, Tag 18:
      Von + zu Tri: 22k
      Von + zu Thr: 47k
      Vorwiderstand LED an Out: 10k

      Aber ich habe den Fehler gefunden. Irgendwie hatte der Taster ein Problem. Ich hab ihn rausgenommen, ein paarmal betätigt und wieder eingesetzt. Nun geht’s.

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